Glätte, Unfälle und Unterrichtsausfälle – Wintereinbruch trifft Süd- und Mittelhessen besonders hart
Ein erneuter Wintereinbruch hat am Donnerstagmorgen weite Teile Hessens fest im Griff. Seit den frühen Morgenstunden sorgen anhaltender Schneefall und gefährliche Eisglätte vor allem in Süd- und Mittelhessen sowie im Rhein-Main-Gebiet für massive Verkehrsbehinderungen. Während Busse in mehreren Landkreisen nur eingeschränkt oder gar nicht verkehren, haben zahlreiche Schulen kurzfristig den Präsenzunterricht abgesagt. Die Polizei meldet zahlreiche Unfälle – glücklicherweise blieb es bislang überwiegend bei Sachschäden.
DWD warnt vor Glätte – Verkehr kommt nur schleppend voran
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits in der Nacht vor Schneefall und überfrierender Nässe gewarnt. Die amtlichen Warnungen vor Glätte gelten mindestens bis in die späten Vormittagsstunden. Besonders betroffen sind das Rhein-Main-Gebiet, Teile Mittelhessens sowie einzelne Regionen in Südhessen.
Auf vielen Bundes-, Land- und Kreisstraßen geht es nur langsam voran. Autofahrer berichten von rutschigen Fahrbahnen, schlechter Sicht und stockendem Verkehr. Streu- und Räumfahrzeuge sind im Dauereinsatz, kommen jedoch angesichts des anhaltenden Schneefalls kaum hinterher.
Die Polizei appelliert eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, ihre Geschwindigkeit anzupassen, ausreichend Abstand zu halten und – wenn möglich – ganz auf nicht zwingend notwendige Fahrten zu verzichten.
Autobahnen besonders betroffen: Lkw sorgen für Blockaden
Auch auf den hessischen Autobahnen herrscht Ausnahmezustand. Auf den wichtigen Verkehrsachsen A3, A5 und A661 wurde für Lastkraftwagen zeitweise ein Überholverbot ausgesprochen – sie durften nur die rechte Spur nutzen. Dennoch kam es zu erheblichen Problemen.
Auf der A5 bei Friedberg blieben mehrere Lkw auf glatter Fahrbahn liegen und blockierten zeitweise alle Spuren. Innerhalb kürzester Zeit bildete sich ein kilometerlanger Rückstau. Ähnliche Szenen spielten sich bei Weiterstadt in Fahrtrichtung Frankfurt ab, wo ein Unfall den Verkehr erheblich behinderte.
Auf der A66 bei Eschborn mussten Autofahrer nach einem weiteren Unfall Geduld beweisen: Der Stau erreichte zeitweise eine Länge von rund neun Kilometern. Auch auf der A3 bei Obertshausen geriet ein Fahrzeug ins Schleudern und landete im Graben. Ein querstehender Lastwagen blockierte zusätzlich eine Auffahrt in Richtung Würzburg.
Nach aktuellen Angaben der Einsatzkräfte blieb es bislang überwiegend bei Blechschäden. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.
Busverkehr eingeschränkt – Schulen reagieren mit Unterrichtsausfall
Der Wintereinbruch trifft Hessen zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt: In mehreren Städten kommt es bereits zu Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Die witterungsbedingten Ausfälle verschärfen die Situation zusätzlich.
In den Landkreisen Limburg-Weilburg, Rheingau-Taunus, Vogelsberg und Wetterau verkehren Busse nur eingeschränkt oder wurden vollständig eingestellt. Auch im regionalen Bahnverkehr kommt es vereinzelt zu Verspätungen.
Zahlreiche Schulen reagierten auf die schwierige Lage mit der Absage des Präsenzunterrichts. Stattdessen wurde vielerorts kurzfristig auf digitalen Unterricht umgestellt. Die Schulämter betonen, dass die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler oberste Priorität habe.
Norden bleibt verschont – Wetterberuhigung in Sicht
Während Süd- und Mittelhessen mit Schnee kämpfen, blieb es im Norden des Bundeslandes weitgehend ruhig. Dort fiel nur wenig oder gar kein Schnee.
Meteorologen gehen davon aus, dass die Niederschläge im Laufe des Mittags landesweit nachlassen. Dennoch bleibt die Lage angespannt: Insbesondere in den Abendstunden könnte überfrierende Nässe erneut für gefährliche Straßenverhältnisse sorgen.
In der Nacht zum Freitag sind im Süden erneut Schneeschauer oder Schneeregen möglich. Der Freitag startet vielerorts mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Im Tagesverlauf werden 1 bis 6 Grad erwartet – bei weiteren Niederschlägen, teils ebenfalls in Form von Schnee.
Dramatischer Temperaturanstieg am Wochenende
Doch der Wintereinbruch dürfte nur von kurzer Dauer sein. Bereits am Samstag rechnen Wetterexperten mit einem deutlichen Temperaturanstieg. Die Höchstwerte sollen auf 10 bis 11 Grad klettern – ein Sprung von bis zu 20 Grad im Vergleich zu den frostigen Frühstunden am Freitag.
Auch am Sonntag bleibt es voraussichtlich mild, allerdings begleitet von Regen. Von echten Frühlingsgefühlen kann daher noch keine Rede sein. Für die kommende Woche prognostizieren Meteorologen weiterhin überdurchschnittlich milde Temperaturen.
Ob der Winter damit endgültig vorbei ist, bleibt allerdings offen. Späte Kälteeinbrüche sind in Mitteleuropa selbst im März oder April nicht ungewöhnlich.










